Schutzfaktoren

Schutzfaktoren dienen der Kompensation von kritischen Situationen und Krisen. Wenn ein Unternehmen also „gut aufgestellt“ ist, wird es solche Herausforderungen meistern können.

In Forschungen und in der Literatur werden zahlreiche Schutzfaktoren beschrieben. Alle Resilienz-Modelle – für individuelle Resilienz, Team-Resilienz und organisationale Resilienz – nutzen ein Set an ausgewählten Schutzfaktoren.

Befragung zu Schutzfaktoren

ORES hat eine Befragung zu organisationaler Resilienz durchgeführt. Dabei wurde auch nach Schutzfaktoren gefragt: „Die Faktoren, die unser Unternehmen widerstandsfähig machen, sind meines Erachtens die folgenden…“

Diese Frage wurde bewusst vor dem geschlossenen Fragenset gestellt, um Priming-Effekte zu vermeiden. Eine systematische qualitative Datenanalyse unterstreicht die Relevanz der neun Elemente der ISO-Norm, die sich alle in den Antworten wiederfinden. Der Themenbereich „Führung“ ist sowohl als Schutz- wie als Risikofaktor ganz vorn mit dabei. Auch Themen, die die Unternehmenskultur betreffen, werden sowohl als förderliches wie als schwächendes Element häufig genannt.

Interessant sind Hinweise darauf, dass generell die Schutzfaktoren für organisationale Resilienz vor allem im Inneren der Organisation wahrgenommen werden (z. B. im Bereich Führung, Sinn oder Fehlerkultur). Als zusätzliche Themenbereiche mit häufigen Nennungen taten sich „Engagement und Motivation der MitarbeiterInnen“ sowie „Zusammenhalt/Teamgeist“ als förderlich für organisationale Resilienz auf. (Vgl. Heller et al 2018)

Ausgewählte Schutzfaktoren

  • Antizipation: Entwicklung im Umfeld wahrnehmen, um angemessen und frühzeitig darauf reagieren zu können.
  • Stabilität: Durch Robustheit gegen Erschütterungen von außen wird die innere Struktur aufrechterhalten.
  • Flexibilität: Durch das Mitschwingen der Struktur werden Schockwellen weniger zerstörerisch.
  • Vernetzung, Interdependenz & Koevolution: Durch Vernetzung, Wechselwirkung und gemeinsame Entwicklung gelingt die Anpassung an die Umgebung leichter.
  • Heterogenität, Dezentralität & Mobilität: Je unterschiedlicher die interne Struktur ist, desto mehr Möglichkeiten gibt es für das Handeln.
  • Diversität: Das Zusammenwirken von Systemteilnehmern mit unterschiedlichen Qualitäten und Verhaltensweisen erhöht die Widerstandsfähigkeit des Gesamtsystems.
  • Redundanz: Wenn verschiedene Dienste eines Systems durch mehrere Systemteilnehmer abgedeckt werden, steigt seine Kapazität für die Bewältigung von schädlichen Einwirkungen.
  • Kompensation: Durch Puffermechanismen können Systeme schädliche Einwirkungen für eine bestimmte Zeit tolerieren ohne ihre Funktionsweise einzubüßen.
  • Anpassungsfähigkeit: Sich an verändernde Umgebungsbedingungen anzupassen, erhöht die Resilienz eines Systems.
  • Bricolage, Kommunikation & Lernen: Zufälliges Lernen aus Erfahrungen ist für das Gesamtsystem nur dann hilfreich, wenn Informationen willentlich geteilt werden.
  • Innere Haltung: Die Einstellung gegenüber äußeren Belastungen entscheidet, ob diese auf das Gesamtsystem eher negativ oder eher positiv wirken.
  • Wechsel Belastung-Entlastung: Die Widerstandsfähigkeit eines Systems kann durch Wechsel von moderater Anspannung mit Entspannung trainiert werden.

(Liste in Anlehnung an Drath 2018)

In der ISO 22316 zu organisationaler Resilienz sind diese Schutzfaktoren ebenso zu finden. Dort werden Sie zu insgesamt 9 Elementen oder Schlüsseln verdichtet. Mehr dazu…

Quellen

  • Drath, K. (2018). Die resiliente Organisation. Wie sich das Immunsystem von Unternehmen stärken lässt. Freiburg: Haufe.
  • Heller, J. et al (2018). Messung organisationaler Resilienz: Zentrale Elemente, Schutz- und Risikofaktoren. In: Heller, J. (Hrsg.). Resilienz für die VUCA-Welt. Individuelle und organisationale Resilienz entwickeln. Wiesbaden: Springer. S. 133-139

Autorin

Jutta Heller, Beraterin zu individueller und organisationaler Resilienz, 1. Vorsitzende von ORES

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